Der Leiter der Pilgerreise Dr. Rövenkamp machte zu Beginn des Abend deutlich, dass auch die Kirchen im Krisengebiet präsent sind und dass man leider von deren Friedensarbeit in Deutschland wenig zu hören bekommt. Darum ist es gut, dass der Bischof mit seinen Dekanen die Begegnung mit den Friedensaktivisten sucht. Bei einer Pilgerreise ins Heilige Land sei nicht möglich, sich nicht mit den politischen Begebenheiten auseinander zu setzen. Zu Präsent ist die angespannte Lage in Gaza durch die Medien und die Mauer war auf der Fahrt in den Norden nicht zu übersehen.
Gebannt hörten die Männer den Ausführungen von Jochen Stoll zu, der versucht, im Auftrag von Pax Christi Rottenburg-Stuttgart, ein interreligiöses Dialogprojekt mit Christen, Muslimen und Juden aufzubauen. Anja Reichel betreut Freiwillige, die im Rahmen des Weltkirchenrates in den besetzten Gebieten Menschenrechtsverletzungen beobachten.
Nach der Vorstellung der beiden Arbeitsfelder kam es zu einer intensiven Austausch- und Fragerunde. So interessierten sich die Geistlichen für die politischen Möglichkeiten des Friedensdienstes. Es war für die Gruppe neu und kaum vorstellbar, wie schwierig es tatsächlich ist, Begegnungsprogramme in Israel und Palästina zu organisieren. Vom Kartenmaterial, das die Checkpoints, Mauern, Siedlungen und Straßen des Besatzungssystems kennzeichnete, waren die Pilger beeindruckt. Viele Fragen nach Details und Auswirkungen auf die Bevölkerung Palästinas kamen auf, um sich ein klareres Bild zu machen. Auch die Situation der einheimischen Christen interessierte die Zuhörer. Die Pilger zeigten sich beeindruckt und schockiert von den Erfahrungen der beiden Friedenarbeiter.
Die Besucher waren froh zu hören, dass sich die Kirche in der Friedensarbeit engagiert und versucht zu einer friedlichen Verständigung der Konfliktparteien beizutragen. Doch als die Pilgergruppe sich auflöste und den Raum verließ, sickerte langsam die Nachricht durch, dass es in Jerusalem ein Anschlag gegeben habe. Genaueres wusste man zu diesem Zeitpunkt noch nicht, doch es wurde auf drastische Weise deutlich, wie wichtig das Engagement für den Frieden tatsächlich ist.